Anlage Bollingstedt wird zum „gläsernen Speicher“
Transparenz über Fahrweise eines Batteriespeichers entlang flexibler Netzanschlussvereinbarungen
Vorstellung des Dashboards am 24.06. auf der ees Europe
München, 24. Juni 2026 – ECO STOR präsentiert im Rahmen der Fachmesse ees Europe das branchenweit erste interaktive Speicherbetriebs-Dashboard für Batterie-großspeicher. Anhand realer, tagesgenauer Betriebsdaten des 103,5-MW-Speichers Bollingstedt im Netzgebiet von Schleswig-Holstein Netz macht das Unternehmen erstmals transparent nachvollziehbar, wie sich Großspeicher intelligent, system- und netzdienlich betreiben lassen. Das Dashboard ist kostenlos online erreichbar unter https://speicherbetrieb.eco-stor.de/.
Mit dem neuen Dashboard wird Bollingstedt sowohl für Industrie als auch für die Wissenschaft zum „gläsernen Speicher“: Erstmals lässt sich nachvollziehen, wie Batteriespeicher entlang dynamischer Netzrestriktionen, flexibler Netzanschluss-vereinbarungen (Flexible Connection Agreements, FCA) und eines auf Auslastungsmonitoring (ALM) basierenden Netzbetriebs betrieben werden. Sichtbar werden zulässige Lade- und Entladeleistungen, die tatsächliche Fahrweise des Speichers sowie die Wechselwirkungen mit Windstrom, PV-Einspeisung und Netzlast.
Das Dashboard visualisiert nicht nur die Performance des Speichers, sondern vor allem dessen Beitrag zur Netzstabilität. Dabei wird sichtbar, wie intelligente Steuerungs-algorithmen Speicher antizyklisch zu Einspeisespitzen aus erneuerbaren Energien betreiben und damit helfen, Netzengpässe zu vermeiden, Redispatch-Maßnahmen zu reduzieren und den Bedarf an zusätzlichem Netzausbau zu begrenzen.

Am Standort Bollingstedt kommen dabei erstmals mehrere innovative Ansätze für die Netzintegration von Batteriespeichern zusammen. Das Dashboard macht sichtbar, wie die gemeinsam mit Schleswig-Holstein Netz, HanseWerk und E.ON entwickelten Instrumente des Auslastungsmonitorings (ALM) und der flexiblen Netzanschluss-vereinbarungen (FCA) im Zusammenspiel wirken und dazu beitragen, vorhandene Netzkapazitäten effizienter zu nutzen.
„Mit dem Speicherbetriebs-Dashboard schaffen wir maximale Transparenz über den tatsächlichen Betrieb von Batteriegroßspeichern“, sagt Dr. Amadeus Teuffel, Head of Data Science Center bei ECO STOR. „Wir wollen zeigen, dass Speicher keine Black Box sind, sondern überprüfbar netz- und systemdienlich betrieben werden können. Bollingstedt wird damit zur branchenweiten Benchmark-Plattform für zukünftige Speicherprojekte.“
Transparenz für die Netzintegration von Batteriespeichern
Im Zentrum des Dashboards steht die Frage, wie Batteriespeicher künftig effizient in bestehende Stromnetze integriert werden können. Das Dashboard dokumentiert in Echtzeit die Einhaltung flexibler Netzanschlussvereinbarungen und macht sichtbar, wie der Speicher seine Fahrweise innerhalb dynamischer Netzgrenzen optimiert.
Darüber hinaus zeigt das Dashboard, wie durch Auslastungsmonitoring zusätzliche Netzkapazitäten erschlossen und bestehende Infrastrukturen effizienter genutzt werden können. Damit liefert ECO STOR einen praxisnahen Nachweis dafür, dass Batteriegroßspeicher auch in hoch ausgelasteten Netzregionen kontrolliert und netzverträglich integriert werden können. Gerade in Regionen mit hohem Windkraftanteil eröffnen FCA und ALM die Möglichkeit, bestehende Netzkapazitäten effizienter zu nutzen und den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen.
Das Zieldreieck des Speicherbetriebs als Leitbild
Das Speicherbetriebs-Dashboard knüpft unmittelbar an das von ECO STOR entwickelte „Zieldreieck des Speicherbetriebs“ an. Dieses beschreibt die Balance der drei gleichrangigen Ziele Systemstabilität, Netzdienlichkeit und Investitionsfähigkeit. ECO STOR bringt dieses Konzept aktiv in die laufende Debatte um die Speicherregulierung ein. Ziel ist ein regulatorischer Rahmen, der Batteriespeicher sowohl wirtschaftlich betreibbar als auch systemdienlich integrierbar macht.
Mit dem Dashboard will ECO STOR einen neuen Standard für Transparenz, Nachweisbarkeit und Akzeptanz im Betrieb von Batteriegroßspeichern etablieren. Es soll als offene Transparenz- und Referenzplattform dienen und eine faktenbasierte Grundlage für die Bewertung netz- und systemdienlichen Speicherbetriebs schaffen.
„Nur wenn Systemstabilität, Netznutzen und Investitionsfähigkeit gemeinsam gedacht werden, gelingt der dringend benötigte Speicherhochlauf“, erläutert Georg Gallmetzer, Mitglied der Geschäftsführung von ECO STOR. „Mit dem Dashboard legen wir nicht nur die aktuellen Betriebsdaten offen, sondern auch die Entwicklung des Speichers über sein erstes Betriebsjahr hinweg und machen sichtbar, wie sich Betriebsstrategien und Steuerungsmechanismen kontinuierlich weiterentwickelt haben. Wir zeigen, welche Erfahrungen wir gesammelt haben, wie sich Betriebsstrategien weiterentwickelt haben und wie der Speicher gelernt hat, sich immer besser an die Anforderungen des Netzes anzupassen. Diese Offenheit verstehen wir als ausgestreckte Hand und Angebot für Netzbetreiber, Wissenschaft, Politik und Regulierung. Wer über die zukünftige Rolle von Batteriespeichern entscheidet, sollte dies auf Grundlage realer Erfahrungen und belastbarer Daten tun.
Über ECO STOR
Das Team der ECO STOR GmbH entwickelt, baut und betreibt deutschlandweit Batteriespeicher, die immer wieder Rekorde bei Leistung und Kapazität setzen. Damit liefert das deutsch-norwegische Unternehmen einen zentralen Baustein für das Gelingen der Energiewende: Dank ECO STOR wird es egal, wann Strom aus Erneuerbaren produziert wird. Mithilfe der Batteriespeicher wird grüne Energie bezahlbarer und berechenbarer. Als einziger Akteur in Deutschland deckt ECO STOR dabei die gesamte Wertschöpfungskette von der Planung über Realisierung bis zum Betrieb ab. Ein starkes internationales Energiewende-Konsortium steht hinter ECO STOR, darunter der Entwickler erneuerbarer Energien X-ELIO sowie die auf den Sektor spezialisierte Beteiligungsgesellschaft Nature Infrastructure Capital (NIC).
Weitere Informationen unter www.eco-stor.de
Mediakontakt: Dieter Niewierra, Corporate Communications (dn@eco-stor.de / 0171-2094527)