Batteriegroßspeicher und ihre Auswirkungen auf die Umgebung

 

 

Wie wir mögliche Auswirkungen auf das lokale Umfeld fachlich einordnen

Sorgfältige Planung ist ein wesentlicher Bestandteil jedes Batteriespeicherprojekts. Deshalb werden bereits im Genehmigungsverfahren auch die Umweltbelange umfassend untersucht und bewertet. Diese fachlichen Prüfungen schaffen die Grundlage für eine sichere und rechtskonforme Umsetzung der Projekte. Für ECO STOR sind sie fester Bestandteil einer verantwortungsvollen Projektentwicklung im Dialog mit Kommunen und der Bevölkerung.

Ein wichtiger Aspekt dieser Untersuchungen betrifft den Einfluss von Batteriespeichern auf das Mikroklima in ihrem unmittelbaren Umfeld. Vor allem in den auch in Deutschland immer öfter vorkommenden Hitzeperioden im Sommer gibt es regelmäßig entsprechende Fragen.

Die Antworten dazu kommen von vielen Seiten: Neben den standortbezogenen Gutachten, die im Rahmen von Genehmigungsverfahren vorab erstellt werden, liefern auch der spätere Betrieb bereits realisierter Batteriespeicher wichtige Erfahrungswerte. Aus der Verbindung von Umweltprüfungen mit physikalischen Erkenntnissen und der Expertise im Unternehmen lassen sich Umgebungsauswirkungen heute deutlich fundierter bewerten als noch vor wenigen Jahren.

Die verschiedenen Quellen zeichnen dabei ein konsistentes Bild. Mögliche mikroklimatische Veränderungen beschränken sich auf den unmittelbaren Anlagenbereich. Mit großräumigen klimarelevanten Auswirkungen ist jedoch nicht zu rechnen.

Umweltprüfungen sind Bestandteil jedes Genehmigungsverfahrens

Welche Umweltbelange im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens untersucht werden, richtet sich nach der Beschaffenheit des jeweiligen Projekts und seines Standorts. Je nach Art und Umfang eines Vorhabens werden die jeweils relevanten Bewertungskriterien angesetzt und in die behördliche Entscheidung einbezogen.

So umfassten bei einem typischen Batteriespeicherprojekt wie der 300 MW-Anlage in Wengerohr diese Untersuchungen unter anderem Artenschutz, Boden, Wasser, Landschaftsbild, Schallschutz, die landwirtschaftliche Nutzung sowie das Schutzgut Klima. Die Ergebnisse wurden im landschaftspflegerischen Begleitplan dokumentiert und als Bestandteil der Genehmigungsunterlagen eingereicht.

Welche klimatischen Eigenschaften besitzt ein Standort?

Bevor mögliche Auswirkungen eines Vorhabens bewertet werden können, wird zunächst der klimatische Ausgangszustand eines Standorts untersucht. Dabei werden unter anderem Kaltluftentstehungsgebiete, Kaltluftströmungen, Luftaustauschprozesse und ihre Bedeutung für das lokale Klima betrachtet.

Auf dieser Grundlage bewerten die Fachgutachter, wie sich ein geplantes Vorhaben auf das Schutzgut Klima auswirken kann. Dabei berücksichtigen sie sowohl die klimatischen Eigenschaften des Standorts als auch die konkrete Ausgestaltung der geplanten Anlage. In die Bewertung fließen unter anderem Flächeninanspruchnahme und Versiegelung, Größe, Höhe und Anordnung der Baukörper, ihre Einbindung in Topografie und Vegetation, die zu erwartende Verlustwärme sowie vorgesehene Begrünungs- und Ausgleichsmaßnahmen ein.

In Bezug auf die Standortfaktoren und lokalen Raumbedingungen zeigen beispielsweise die Untersuchungen beim Batteriespeicherprojekt Wengerohr, dass das Plangebiet zwar als Kaltluftentstehungs- und Kaltluftsammelgebiet einzustufen ist. Die dort entstehende Kaltluft fließt jedoch in ortsabgelegener Richtung ab und spielt keine Rolle bei der Frischluftversorgung des Siedlungsklimas von Wittlich oder Wengerohr. Dem Standort wird insgesamt eine lediglich mittlere Bedeutung für das Lokalklima zugesprochen.

Auf Grundlage der klimatischen Standortanalyse und der Bewertung des Vorhabens kommen die Gutachter zu dem Ergebnis, dass innerhalb der Anlage und in ihrem unmittelbaren Umfeld zwar geringe mikroklimatische Veränderungen und lokale Temperaturerhöhungen auftreten können. Großräumige klimarelevante Auswirkungen sind jedoch nicht zu erwarten. Die beschriebenen Veränderungen beschränken sich auf den unmittelbaren Anlagenbereich. Eine Beeinträchtigung des Schutzguts Klima/Luft wird in den Gutachtend daher ausdrücklich nicht festgestellt.

 

Einordnung der entstehenden Wärme

Zu den Aspekten, die im Rahmen der umweltfachlichen Bewertung berücksichtigt werden, gehören auch die thermischen Eigenschaften einer Batterieanlage. Batteriegroßspeicher verfügen über ein integriertes Temperaturmanagement mit Kühlsystemen, das die Batteriezellen unabhängig von Witterung und Betriebszustand innerhalb ihres optimalen Temperaturbereichs hält. Dadurch werden Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der Anlage unterstützt. Gleichzeitig wird die beim Laden und Entladen entstehende Verlustwärme kontrolliert an die Umgebung abgegeben.

Diese Verlustwärme verteilt sich auf die einzelnen Batteriecontainer und deren Kühleinrichtungen. Sie fällt dezentral sowie auf einem vergleichsweise niedrigen Temperaturniveau an. Anders als bei industriellen Prozessen entsteht daher keine konzentrierte Wärmequelle, sondern viele kleine, räumlich verteilte Wärmeflüsse. Eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung dieser Wärme beispielsweise für Nahwärmenetze ist unter diesen Voraussetzungen in der Regel nicht möglich.

Auch eine physikalische Einordnung bestätigt die fachgutachterlichen Bewertungen. Selbst unter konservativen Annahmen bewegt sich der zusätzliche Wärmeeintrag eines Batteriegroßspeichers im Vergleich zum natürlichen täglichen Energieeintrag durch die Sonneneinstrahlung auf derselben Fläche lediglich in einer sehr geringen Größenordnung.

Darüber hinaus werden Batteriespeicheranlagen häufig durch umfangreiche Begrünungsmaßnahmen landschaftlich eingebunden. Hecken, Bäume und Sträucher verbessern nicht nur die Einbindung in das Landschaftsbild, sondern tragen auch dazu bei, lokale Temperatur- und Feuchteverhältnisse im unmittelbaren Anlagenumfeld positiv zu beeinflussen.

 

Unabhängige Untersuchungen kommen zu vergleichbaren Ergebnissen

Die Ergebnisse der Untersuchungen zum Batteriespeicherprojekt Wengerohr decken sich mit Erkenntnissen aus weiteren unabhängigen Untersuchungen zu Batteriespeicherprojekten in Deutschland. So kommt beispielsweise ein modellgestütztes klimaökologisches Gutachten für den geplanten Batteriespeicherstandort Menzing bei München ebenfalls zu dem Ergebnis, dass sich mögliche Auswirkungen auf Kaltluftströmungen und das örtliche Mikroklima nur auf den unmittelbaren Anlagenbereich beschränken und keine relevante Beeinträchtigung des lokalen Klimas oder angrenzender Siedlungsbereiche zu erwarten ist.

Während fachgutachterliche Untersuchungen bereits vor der Errichtung eine belastbare Grundlage für die Bewertung möglicher Umweltauswirkungen schaffen, ergänzt der laufende Betrieb bereits arbeitender Batteriespeicher dieses Wissen um praktische Erfahrungen. So liegen beispielsweise mit dem Batteriespeicher Bollingstedt inzwischen Betriebserfahrungen über mehr als ein Jahr vor. Diese haben bislang keinen Anlass gegeben, die fachgutachterlichen Einschätzungen zu möglichen Auswirkungen auf das Mikroklima zu hinterfragen. Vielmehr bestätigen sie das Bild, das sich bereits aus den standortbezogenen Umweltuntersuchungen ergibt.

 

Grundlage dieser Einordnung

Grundlagen für diesen Beitrag liefern das Genehmigungsverfahren für das Batteriespeicherprojekt Wengerohr inklusive der eingereichten Fachgutachten, insbesondere dem landschaftspflegerischen Begleitplan, sowie die physikalische Berechnung der im Betrieb entstehenden Verlustwärme. Ergänzend wurden die Ergebnisse eines unabhängigen klimaökologischen Gutachtens zum Batteriespeicherprojekt Menzing berücksichtigt. Die Ausführungen zu den Betriebserfahrungen beziehen sich auf Erkenntnisse aus unseren bereits realisierten Batteriespeicherprojekten, insbesondere dem seit 2025 in Betrieb befindlichen Batteriegroßspeicher Bollingstedt.